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Investieren ab 60: Darauf musst du in der Schweiz achten

von Zelig Klossner

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Die Ausgangslage mit 60: Mehr Kapital, kürzerer Anlagehorizont

Mit 60 verändert sich der Blick auf Geldanlagen grundlegend. Das Erwerbseinkommen fällt bald weg oder ist bereits durch den Ruhestand ersetzt. Gleichzeitig rücken die eigenen Ersparnisse in den Mittelpunkt, weil sie zusammen mit AHV und Pensionskasse den Lebensstandard sichern sollen.

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Vielleicht hast du gerade einen grösseren Betrag aus der Pensionskasse, der Säule 3a, einer Erbschaft oder dem Verkauf von Vermögenswerten erhalten. Vielleicht hast du auch schon ein Wertschriftendepot und möchtest es auf deine neue Lebensphase ausrichten. In beiden Fällen gilt: Eine klare Strategie ist entscheidend, um dein Vermögen sicher und effizient einzusetzen.

Die Versuchung ist gross, Geld einfach sicher zu „parken“. Doch dabei droht ein anderes Risiko: die schleichende Entwertung durch Inflation und fehlende Rendite.

Was die Situation ab 60 besonders macht:

  • Mehr Vermögen auf einmal – Kapitalbezug, Auszahlungen aus der 3. Säule oder Erbschaften schaffen Spielraum, erfordern aber auch eine klare Strategie.
  • Kürzerer Anlagehorizont – grosse Verluste kurz vor oder nach der Pensionierung sind schwer auszugleichen.
  • Einnahmenlücke – AHV und Pensionskasse decken oft nur 60–70 % des letzten Lohns, bei höheren Einkommen noch weniger.
  • Neue Ausgabenschwerpunkte – etwa Gesundheit, Reisen oder Hobbys – oft höher als im Erwerbsleben.
  • Liquiditätsbedarf – planbare Auszahlungen und ein Puffer für 2–3 Jahre sichern den Alltag auch bei Marktschwankungen.

Warum sich Investieren auch im Ruhestand noch lohnt

Viele denken: „Mit 60 ist man zu alt, um noch mit dem Investieren zu starten.“ Doch 60 ist heute längst kein „hohes Alter“ mehr. Die Lebenserwartung liegt in der Schweiz bei über 83 Jahren. Wer gesund ist, plant also oft mit weiteren 25–30 Jahren. Das ist genug Zeit, damit sich eine kluge, altersgerechte Anlagestrategie lohnt.

Wichtig: Mit 60+ investierst du nicht mehr so wie mit 30. Der Fokus verschiebt sich. Von maximalem Wachstum hin zu einer Balance aus Ertrag, Sicherheit und planbaren Auszahlungen. Selbst mit kürzerem Anlagehorizont gibt es überzeugende Gründe, weiter zu investieren – vorausgesetzt, du gehst strategisch vor.

Deine Vorteile, wenn du auch mit 60+ noch investierst

  • Kaufkraft erhalten: Inflation frisst langfristig Kaufkraft, selbst bei moderaten 2 % pro Jahr. Ohne Rendite verliert dein Kapital über 20 Jahre rund ein Drittel seines Werts.
  • Rendite nutzen: Auch defensive Anlagen können 3–4 % Rendite bringen. Das reicht, um Vermögen zu erhalten oder sogar leicht zu steigern – selbst bei regelmässigen Entnahmen.
  • Planbare Auszahlungen: Mit einem klaren Entnahmeplan und einem Cash-Puffer für 2–3 Jahre lassen sich Marktschwankungen überbrücken, ohne in Panik verkaufen zu müssen.
  • Flexibilität und Vererbbarkeit: Investiertes Kapital bleibt anpassbar und kann vererbt werden – anders als eine reine Rente.
  • Sicherheit durch Struktur: Wahre Sicherheit kommt nicht vom „alles Cash halten“, sondern vom richtigen Mix aus Liquidität, stabilen Erträgen und globaler Diversifikation.

Grundprinzipien beim Investieren ab 60

Da wir nun wissen, warum Investieren ab 60 weiterhin Sinn macht, geht es im nächsten Schritt darum, wie du es richtig angehst. Ab 60 gelten beim Investieren nämlich ein paar besondere Spielregeln. Das Ziel ist nicht mehr ausschliesslich, Vermögen aufzubauen sondern es so einzusetzen, dass es dir ein Leben lang reicht, planbare Auszahlungen ermöglicht und gleichzeitig seine Kaufkraft behält.

1. Sicherheit und Wachstum ausbalancieren
Mit 60 willst du grosse Verluste vermeiden – aber auch nicht auf Rendite verzichten. Ein zu grosser Sicherheitsfokus (alles auf dem Sparkonto) führt langfristig zu Kaufkraftverlust durch Inflation. Ein zu hohes Risiko kann dagegen in einer Börsenflaute schmerzhaft werden. Die Lösung liegt in einer ausgewogenen Mischung.

2. Liquidität sicherstellen
Plane einen Cash-Puffer für 2–3 Jahresausgaben. So musst du in schwachen Börsenphasen keine Verluste realisieren, um laufende Kosten zu decken. Der Rest deines Vermögens kann investiert bleiben und weiter arbeiten.

3. Breite Diversifikation
Verteile dein Geld über verschiedene Anlageklassen – z. B. Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe – und geografische Regionen. Das senkt das Risiko, dass eine einzelne Wirtschaft oder ein Markt dein gesamtes Vermögen gefährdet.

4. Schweiz-Fokus vs. global anlegen
Wenn dein Lebensunterhalt stark vom Schweizer Franken abhängt, kann ein grösserer Anteil an Schweizer Anlagen helfen, Währungsrisiken zu reduzieren. Gleichzeitig sorgt ein globaler Mix für mehr Wachstumschancen und Risikostreuung.

5. Steueroptimierung nicht vergessen
Gerade im Ruhestand kannst du mit einer klugen Entnahme- und Anlageplanung Steuern sparen. Das heisst: Kapital staffeln, Erträge steuereffizient reinvestieren und Auszahlungen strategisch planen.

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